Bitterfeld/Bled. Bled in Slowenien bewies sich vom 09. bis 13. September 2026 erneut als das unbestrittene Mekka des internationalen Masters-Rudersport. Nach der Erstteilnahme bei der Heim-Weltmeisterschaft der Masters 2024 auf dem Beetzsee in Brandenburg trat eine vierköpfige Abordnung der Masters des Goitzsche-Ruderclubs Bitterfeld (Carsten Schindler, Ulf Matthey sowie Diana und Marco Mühlenbeck) zur zweiten Masters-WM der Vereinsgeschichte die knapp 900 Kilometer lange Anreise an den Bleder See in Slowenien an.
Vor Ort angekommen, trafen unsere Sportler auf ein gewaltiges internationales Teilnehmerfeld:
Die Dimensionen der World Rowing Masters Regatta 2026 sprengen jede gewohnte Vorstellungskraft. Bled ist aktuell das Epizentrum des globalen Rudersports. Hier mal eine Übersicht der startenden Länder:
Europa:
Deutschland (GER), Großbritannien (GBR), Frankreich (FRA), Österreich (AUT), Schweiz (SUI), Dänemark (DEN), Niederlande (NED), Polen (POL), Ungarn (HUN), Tschechien (CZE), Italien (ITA), Finnland (FIN), Slowakei (SVK), Slowenien (SLO), Kroatien (CRO), Serbien (SRB), Lettland (LAT), Estland (EST), Norwegen (NOR), Schweden (SWE), Irland (IRL), Portugal (POR), Spanien (ESP), Belgien (BEL), Bulgarien (BUL), Luxemburg (LUX).
Amerika:
USA, Kanada (CAN), Brasilien (BRA), Argentinien (ARG), Mexiko (MEX), Chile (CHI), Uruguay (URU), Paraguay (PAR), Peru (PER).
Asien & Ozeanien:
China (CHN), Japan (JPN), Südkorea (KOR), Hongkong (HKG), Thailand (THA), Australien (AUS), Neuseeland (NZL).
Afrika & Naher Osten:
Südafrika (RSA), Türkei (TUR), Israel (ISR), Vereinigte Arabische Emirate (UAE).
Neutrale Athleten (AIN).
Rund 4.500 Athletinnen und Athleten aus 889 Vereinen, über 7.100 Meldungen.
Unglaublich !! Da kann man wohl zurecht behaupten: Rudersport verbindet die Welt !!
In diesem erlesenen, mit ehemaligen Olympiasiegern, Welt- und Europameistern gespickten internationalen Teilnehmerfeld war unser „Team GRCB“ bereit, die WM-Challenge anzunehmen und vor allem... Spaß am Rudersport zu haben.
Wer dann am frühen Morgen das Regattagelände betrat, dem bot sich ein Anblick von fast mystischer Schönheit: Tiefe, wolkenverhangene Nebelschwaden klammerten sich an die schroffen Hänge der Alpen, während der See smaragdgrün Blau ruhte. Inmitten dieser Idylle thronte die ikonische Kircheninsel, und die Burg auf den Felsen blickte majestätisch auf das geschäftige Treiben herab.
Ein Blick auf das Regattagelände offenbarte dann auch das logistisches Meisterwerk dieser Regatta:
Ein schier endloser "Wald aus Carbon", Reihen von Bootshängern, Racks, Veranstalter-Zelten und Catering-Ständen füllen die Uferwiesen rund um das Ruderzentrum des slowenischen Ruderverbandes. Vom Einer bis zum Achter lagern hier hunderte High-Tech-Boote akribisch aufgereiht. Zwischen den Booten herrscht ein ständiges, geschäftiges Treiben; Athleten aus aller Welt navigierten ihre Boote mit Routine und gegenseitigem Respekt durch die schmalen Gänge zwischen den Lagerplätzen. Es ist diese schiere Masse an Sportlern und Material, die verdeutlicht, welchen Stellenwert dieser Wettkampf im internationalen Kalender einnimmt.
Das sportliche Programm startete unter extremen Wetterbedingungen. Bereits in der Nacht zum Donnerstag setzte Dauerregen mit angekündigten 35 l/m² Niederschlag und Gewittern ein, was den Rennplan gehörig durcheinanderwirbelte.
Das erste Rennen von Carsten musste mehrfach verschoben werden und konnte erst um 11:47 Uhr gestartet werden. Der anhaltende Regen verwandelte die Wiesen der Bootslager schrittweise erst in einen See und schließlich in eine Schlammwüste.
Auch am Freitag schüttete es weiterhin wie aus Kübeln.
Für Ulf (eigens für dieses Rennen mitgereist) und Marco im Doppelzweier (2x) bedeutete die Startzeit um 08:07 Uhr frühes Aufstehen um 06:00 Uhr. Für Ulf kam hinzu, dass er von seinem fünf Kilometer entfernten Zeltplatz bei rund 80 Metern Höhenunterschied mit dem Fahrrad anreisen musste – eine kleine Vorbelastung vor dem Aufruf „Fuß vom Steg“ um 07:30 Uhr. Trotz großer Aufregung stellten sich die beiden über die 1000-Meter-Distanz der internationalen Konkurrenz aus Uruguay, Brasilien, Dänemark, Norwegen, Tschechien, der Türkei und Großbritannien und wurden in einer Zeit von 4:17 Minuten zu den „Siegern der Herzen“.
Später erreichten Marco und Carsten gemeinsam mit Ruderpartnern vom RC Alt-Werder im Doppelvierer (4x) bei strömendem Regen einen guten 6. Platz.
Am Samstag änderte sich das Wetter grundlegend: Der Regen wich blauem Himmel, Sonnenschein und nahezu Windstille.
Carsten bestritt über den Tag verteilt drei Rennen – im Männer-Achter (in Renngemeinschaft mit dem ARV Leipzig, dem SC DHfK Leipzig und dem USC Magdeburg, im Doppelvierer sowie im Doppelzweier mit Marco. Auch wenn unseren Bitterfelder Startern in allen Rennen eine Medaille verwehrt blieb, stand der Spaß im Vordergrund.
Zum Abschluss am Sonntag schlug die Stunde des Mix-Doppelzweiers (Mix 2x) mit Diana und Marco Mühlenbeck. Diana, die auch eigens für dieses Rennen mitgereist war, brannte darauf, endlich die Skulls zu bewegen. Bei einem malerischen Sonnenaufgang über den Julischen Alpen legte das Duo um 07:20 Uhr ab und erkämpfte sich in 4:21 Minuten einen respektablen 5. Platz. Ein noch besseres Ergebnis verhinderte lediglich ein kleines Missgeschick, als Marco rund 50 Meter vor dem Ziel auf eine falsche Zielsirene hörte und kurzzeitig das Rudern einstellte. 🫤
Trotz der wetterbedingten Kontraste zwischen „Weltuntergang und Hochglanzprospekt“ verlebte die Abordnung des GRCB ein unvergessliches Regatta-Wochenende in traumhafter Kulisse mit entspannten Sportlern aus aller Welt. Für alle ein unvergessliches Erlebnis.
Trotz ausbleibender ( und nicht zu erwartender) Medaillien war die World Rowing Masters Regatta 2026 in Bled für den Goitzsche Ruderclub Bitterfeld e.V. trotz ein voller Erfolg. Unsere vier Sportler haben bewiesen, dass sie auch im Mastersbereich mitrudern können. Doch viel wichtiger als die nackten Ergebnisse war das gelebte „Wir-Gefühl“. Die gemeinsamen Rennen und die Rennen in Renngemeinschaften mit unseren Freunden aus Magdeburg und Leipzigu haben gezeigt, dass Rudersport in unserer Region eine Einheit bildet.
Wir blicken mit Stolz auf diese Tage in Slowenien zurück. Mit diesem Rückenwind gehen wir nun in die Vorbereitung für die kommenden Eregnisse – denn nach der Regatta ist vor der Regatta...
...und schon jetzt steht der Entschluss fest: Zur WRMR 2027 im italienischen Varese ist der GRCB definitiv wieder am Start!
♥️ 🚣 💚